Kriegsgebiet

Tropische Luft im hohen Norden, im Hintergrund knattert eine Flugmachinen der Gnome. Ein zucken auf der Wasseroberfläche und eine Angelrute wird eingeholt. Es ist wieder soweit, die große Angelmeisterin in Dalaran sucht nach einem Fisch, einem geheimnisumwobenen Bewohner des Flussnabels im Scholazarbecken. Die tapferen Angler der Allianz stehen am Ufer und schauen gebannt hinaus auf den See. Plötzlich ein Lichtblitz und ein grimmiger Blutelfenpaladin schlägt einen kleinen Gnomen Magier in wenigen Sekunden nieder. Die tapferen Allianzler lassen die Angeln fallen, es ertönt ein demoralisierender Ruf und der Paladin er schaudert kurz, dann wird er auch schon von den, nun bis an die Zähne bewaffneten, Allianzlern angegriffen. Wie aus dem nichts kommen auf fliegenden Ungetümen weitere Krieger der Horde hinzu und die Schlacht beginnt.

So oder so ähnlich geht’s ständig bei der Daily Angelquest zur Sache, der Geisterfisch hat mehr open PvP Potenzial als Tausendwinter könnte man meinen.

Erinnerung Teil 1

Der Schnee knirschte unter den schweren Stiefeln des Zwerges, er schnaufte und lud die schwere Armbrust nach. Loktitus blickte kurz über die Schulter und schon rauschte ein Bolzen los und durchbohrte den Schädel eines Untoten. „Totstellen gut und schön“, ging es dem Zwergenjäger durch den Kopf, „nur selbst ein Untoter hat genug Suppe im Schädel um das zu durchschauen, zudem fressen diese Mistviecher ihre Opfer auch gern.“
Der nächste Bolzen verließ die Armbrust und brachte einen der Untoten zu Fall. Loktitus ließ sich in den Schnee fallen um einen Moment zu Zielen und brachte zwei weiter Verfolger zu fall. Er sprang auf um weiter zu laufen, doch wurde er von einer Schneewehe erwischt, noch während er sich den Schnee versuchte aus den Augen zu vertreiben rutschte er aus und stürzt. Benommen schüttelte der Zwerg den Kopf und nachdem er wieder grob wusste wo oben und unten waren, fand er sich selbst hinter einer hohen Schneewehe. Von hier aus war kein Untoter mehr zu sehen aber ihr Geklapper war noch dumpf zu hören. Loktitus überprüfte die Armbrust, sie schien noch in Ordnung zu sein. Seine Hand griff nach hinten doch fand sie den Köcher nicht. „Verdammt“, flucht er innerlich und zog seinen Speer vom Rücken. “Mit einer guten Schusswaffe wäre das nicht passiert,” murmelte er, “Paps hatte recht, behalt immer ein paar Kugeln in der Tasche, und wann verdammt hab ich bloß meine gute alte Axt gegen diesen neumodischen Elfenkram eingetauscht.“

Etwas gluckste im Loch, der See war nie ruhig, kein Wunder bei den Bewohnern. Ein jüngerer Loktitus lag im Gras auf der Lauer und neben ihm kauerte seine Schneeleopardin, Kitara. “Ruhig kleines”, flüsterte er, „die Kobolde laufen dir schon nicht weg, nun zumindest nicht schnell genug.” Sein Vater hatte ihn los geschickt die gestohlene Kiste mit Kerzen den Kobolden wieder abzujagen. Die frechen Biester hatten sich in einem Außenposten der Gebirgsjäger eingeschlichen, sie waren zwar auf der Flucht ungeschickt genug das meiste fallen zu lassen, aber die Kiste hatten sie noch. Loktitus hat seinen Vater um diese Aufgabe gebeten, er war ein guter Jäger und hatten schon einige Aufgaben für die Gebirgsjäger erledigen dürfen und auch diese wollte er ruhmreich hinter sich bringen. Kobolde durfte man nicht unterschätzen, allein waren sie feige und schwach und diese hier waren nur zu dritt, aber Loktitus wusste das die Verlassene Mine nicht allzu weit entfernt war und diese Mistviecher konnten verdammt schnell laufen. „Warte hier Kitara, ich bin gleich zurück.“ Der Zwerg erhob sich und umrundete die Gruppe die sich in einer Spalte im Fels über irgendetwas stritten. Sie würden ihn nicht sehen, Tageslicht lag ihnen nicht und sie waren viel zu sehr damit beschäftigt sich gegenseitig die Kiste aus den Händen zu reißen. Loktitus hockte sich hin, als er die drei genau zwischen sich und seiner Katze hatte. Er zog die Flinte vom Rücken und Griff zum Munitionsbeutel, doch anstatt dem üblichen geklicker, stießen seine Fingern nur auf wenigen Kugeln. Er fluchte leise und erinnerte sich wieder was er vor seinen Abmarsch aus Thelsamar eigentlich noch hatte besorgen wollen. Er lies die drei übrigen Kugeln in seiner Handfläche hin und her kullern und beobachtete die Kobolde. „Drei Kugeln für drei Kobolde.“ Er griff sich zum Stiefel und zog etwas heraus, eine Kette, genauer, neun Kugeln aufgereiht an einer Schnur. „Und zur not muss Vater ja nicht sagen das er mal wieder recht hatte mit seinen ach so tollen Weisheiten.“ Er riss an der obersten Kugeln der Kette und die acht anderen Kugeln lösten sich und vielen in den Munitionsbeutel. Er konnte gerade so Kitara im Gras ausmachen, lies sie wissen das es gleich soweit war und lies eine Kugel in der Flinte verschwinden. Es knallte laut und ein Kobold stolperte über die Kiste und viel längs auf den felsigen Boden. Die anderen beiden schauten in Loktitus Richtung, einer griff nach der Kiste und sie rannten genau auf Kitara zu. Diese sprang mit einem Satz auf und spurtet auf die Kobolde zu. Loktitus nutzte den Moment, zielte und Schoss dem Kobold mit der Kiste in den Rücken, er strauchelten und landete direkt vor Kitaras Pfoten. Die Leopardin sorgte mit einem schnellen Biss und Kopfzucken dafür dass er sich nicht mehr erheben würde und knurrte den anderen Kobold an. Dieser schient wohl die Katze als größere Gefahr einzuschätzen und kam mit dem Armen zappelnd und schreiend auf den Zwerg, der gerade wieder die Flinte geladen hatte, zu. Es knallte und der Kobold wurde von der Wucht des Geschoss ein Stück nach hinten geworfen, wo ihn Kitara in Empfang nahm.
Loktitus krallte die Schneeleopardendame hinterm Ohr und nahm die Kiste auf. „Das hast du gut ge…“, er stockte mitten im Satz als er von oben die Worte: „Du nicht nehmen Kerze“, hörte. Allein waren Kobolde keine Gefahr, doch diese hier waren nicht allein. Über dem Fels standen vier weiter und er hörte das kichern einigere weiter Kobolde die er nicht sah. „Lauf Kitara, lauf zum nächsten Gebirgsjäger posten, ich halt so lang die Stellung.“ Er lud die Flinte und lies sie knallen. Die Leopardin knurrte aber sprang dann doch los. Einer der Kobolde auf dem Felsen stürzte, von einem gezielten Schuss getroffen, herunter. Loktitus lud die Waffe nach und die ersten Kobolde kamen schreiend vom Felsen hinunter und auf ihn zu. Zwei brachte er noch zu Fall, doch die anderen kamen zu nah heran und er zog die Axt vom Rücken. „Ha, wäre doch gelacht wenn ein Zwerg nicht mit ein paar Kobolden zurechtkäme.“

Damals hatte ihm die Leopardendame nicht zum letzten Mal den Bart gerettet.